Überblick
Alarsit ist ein seltenes Aluminiumarsenat-Mineral, das direkt aus heißen vulkanischen Gasen kristallisiert. Es wurde in den Fumarolen des Vulkans Tolbatschik auf der Halbinsel Kamtschatka in Russland entdeckt, einer der weltweit reichhaltigsten Fundstätten für ungewöhnliche Arsenat- und Sulfatmineralien. Als Fumarolenmineral ist Alarsit zerbrechlich, selten und vor allem für Wissenschaftler und Fachsammler von Interesse; es hat keinen kommerziellen oder dekorativen Nutzen.
Zusammensetzung und Struktur
Alarsit hat die einfache Formel AlAsO₄; es ist das Arsenat-Analogon des Aluminiumphosphats Berlinit und strukturell mit Quarz verwandt. Es kristallisiert im trigonalen (hexagonalen) System und kommt als kleine, subhedrale Körner mit einem Durchmesser von bis zu einem Bruchteil eines Millimeters vor, die in Aggregaten zusammengefasst sind. Das Mineral ist spröde, weist einen glasartigen Glanz auf und ist farblos, manchmal mit blassgelben, grünen oder blauen Schattierungen, die durch Einschlüsse verursacht werden; im Durchlicht ist es farblos.
| Formel | AlAsO₄ |
| Kristallsystem | Trigonales (hexagonales) System |
| Mohshärte | Nicht offiziell bestimmt (Mikrohärte etwa 5) |
| Glanz | Glasartig |
| Farbe | Farblos, mit blassgelben, grünen oder blauen Schattierungen |
| Typlokalität | Vulkan Tolbachik, Kamtschatka, Russland |
Entstehung und Vorkommen
Alarsit ist ein Fumarolenmineral, das aus arsen- und aluminiumhaltigen vulkanischen Ausgasungen abgelagert wird, wenn diese Gase in der Nähe der Oberfläche abkühlen und reagieren. Am Tolbachik kommt es in Paragenese mit einer Reihe ebenso exotischer Hochtemperaturmineralien vor, darunter Fedotovit, Klyuchevskit, Lammerit, Nabokoit, Atlasovit, Langbeinit, Hämatit und Tenorit. Diese Art der „sublimativen“ Mineralisierung, bei der Mineralien direkt aus Gas statt aus Wasser kondensieren, ist selten und stellt die charakteristische Umgebung für Alarsit dar.
Bestimmung und ähnliche Mineralien
Alarsit ist das Arsenat-Gegenstück zu Berlinit (AlPO₄) und weist dieselbe quarzartige Gerüststruktur auf, sodass die beiden kristallographisch analog sind. Da seine Körner winzig und farblos sind, lässt sich Alarsit nicht mit bloßem Auge identifizieren und wird mittels Mikrosondenanalyse und Röntgendiffraktion bestimmt. Sein Vorkommen als Fumarolenkruste an einem aktiven Vulkan, zusammen mit der charakteristischen Tolbachik-Mineralassoziation, ist an sich bereits ein starker kontextueller Indikator.
Bemerkenswerte Fundorte und Sammlung
Das Tolbachik-Vulkanfeld auf Kamtschatka ist die Typlokalität und der Hauptfundort, und die Art ist nach wie vor eng mit dieser Umgebung verbunden. Fumarolenmineralien wie Alarsit sind schwer zu konservieren, da sie zerbrechlich sind und sich verändern können, sobald sie aus der heißen, trockenen Gasumgebung entfernt werden. Daher ist Alarsit eher ein Forschungsobjekt und ein Ziel für engagierte Mikromontage-Sammler als ein im allgemeinen Handel erhältliches Mineral.