Atacamite

Cu2Cl(OH)3

Atacamit ist ein hellgrünes Kupferhydroxychlorid, Cu₂Cl(OH)₃, benannt nach der chilenischen Atacama-Wüste, wo es in trockenen Kupferlagerstätten entsteht.

Überblick

Atacamit ist ein leuchtend grünes Kupferhydroxychlorid-Mineral, das von Sammlern wegen seiner tief smaragdgrünen bis schwarzgrünen Kristalle und seiner engen Paragenese mit trockenen, kupferreichen Wüstengebieten geschätzt wird. Es wurde erstmals 1802 aus der Atacama-Wüste im Norden Chiles beschrieben und gibt einer ganzen Familie verwandter Kupferchlorid-Mineralien, der sogenannten „Atacamit-Gruppe“, ihren Namen. Da für seine Bildung sowohl Kupfer als auch reichlich Chlorid erforderlich sind, gilt Atacamit gewissermaßen als chemischer Fingerabdruck für oxidierende Kupferlagerstätten in trockenen, salzhaltigen Umgebungen.

Zusammensetzung und Struktur

Atacamit ist ein basisches Kupferchlorid mit der Formel CuCl(OH). Seine Struktur besteht aus Kupferatomen in verzerrter oktaedrischer Koordination, die durch Hydroxylgruppen und Chloridionen zu einem Gerüst verbunden sind, das im orthorhombischen System kristallisiert. Es ist polymorph und weist mehrere andere Mineralien mit identischer Zusammensetzung, aber unterschiedlichen Strukturen auf, darunter Botallackit, Clinoatacamit und Paratacamit, weshalb eine genaue Identifizierung eher eine sorgfältige strukturelle oder chemische Analyse erfordert als eine Beurteilung allein anhand des Aussehens.

FormelCu₂Cl(OH)
KristallsystemOrthorhombisch
Mohshärte3 bis 3,5
GlanzDiamantglanz bis glasartig
FarbeLeuchtend grün, smaragdgrün bis schwärzlich-grün
TyplokalitätAtacama-Wüste, Chile

Entstehung und Vorkommen

Atacamit ist ein Sekundärmineral, was bedeutet, dass es durch die Umwandlung bereits vorhandener Kupfererze entsteht und nicht direkt aus einer Schmelze kristallisiert. Es bildet sich in den oxidierten Zonen von Kupferlagerstätten, insbesondere dort, wo Verwitterung unter trockenen, salzhaltigen Bedingungen stattfindet, die das für seine chemische Zusammensetzung wesentliche Chlorid liefern. Die Atacama-Wüste ist der klassische Lebensraum: Extreme Trockenheit und salzhaltiges Grundwasser ermöglichen es chloridhaltigen Kupfermineralien, dort zu bestehen, wo sie sich in einem feuchteren Klima leicht in Karbonate wie Malachit umwandeln würden. Atacamit bildet sich zudem als Korrosionsprodukt an Kupfer- und Bronzeartefakten, die Salz ausgesetzt sind, und wurde sogar in einigen marinen und fumarolischen Umgebungen nachgewiesen.

Bestimmung und ähnliche Mineralien

Die intensive grüne Farbe, der diamantartige Glanz und die Paragenese mit Kupfermineralien sind wichtige erste Anhaltspunkte. Atacamit weist eine perfekte Spaltbarkeit und einen hellgrünen Streifen auf. Sein zuverlässigstes Erkennungsmerkmal ist seine chemische Zusammensetzung: Im Gegensatz zum Karbonat Malachit, das in Säure sprudelt, enthält Atacamit Chlorid und sprudelt nicht. Optisch kann es Malachit, Brochantit oder Dioptas ähneln, doch Malachit ist ein Karbonat, Brochantit ein Sulfat und Dioptas ein wesentlich härteres Silikat. Die Unterscheidung von Atacamit und seinen eigenen Polymorphen – Botallackit, Clinoatacamit und Paratacamit – erfordert in der Regel eine Röntgendiffraktometrie, da sie optisch nicht voneinander zu unterscheiden sind.

Bedeutende Fundorte & Sammlung

Die Atacama-Wüste und die weiteren Kupferabbaugebiete Chiles gelten nach wie vor als die renommiertesten Fundorte, an denen die sattgrünen, kristallinen Exemplare vorkommen, die für diese Art charakteristisch sind. Hochwertiges Material stammt zudem aus Australien, insbesondere aus oxidierten Kupferlagerstätten in Südaustralien und anderen Regionen; aus dem Südwesten der Vereinigten Staaten, darunter Arizona; sowie aus Kupferabbaugebieten in Namibia und Mexiko, um nur einige zu nennen. Sammler schätzen scharfe, glänzende Kristalle und gut geformte Sprühkristalle, obwohl Atacamit empfindlich gegenüber längerer Lichteinwirkung und grober Behandlung ist. Aufgrund seiner Weichheit und perfekten Spaltbarkeit sollten Exemplare möglichst stabil gelagert und vor Abrieb geschützt werden, um ihre auffällige Farbe und ihre Kristallflächen zu bewahren.