Attakolite

(Ca,Sr)Mn2+Al4(PO4)3(OH)6·2H2O

Attakolit ist ein seltenes, lachsrosa, monoklines Kalzium-Mangan-Aluminium-Silikophosphat, das fast ausschließlich aus Vastana in Schweden bekannt ist.

Überblick

Attakolit ist ein seltenes Kalzium-Mangan-Aluminium-Siliciumphosphat-Mineral, das fast ausschließlich aus einem einzigen Fundort in Schweden bekannt ist. Sein Name leitet sich vom griechischen Wort „attakos“ ab, was „Lachs“ bedeutet, und bezieht sich auf seine charakteristische blassrosa bis lachsfarbene Färbung. Es wurde erstmals in der Eisenmine Västanå in Skåne, Südschweden, gefunden und gilt eher als Sammlerrarität denn als Erz oder Schmuckstein; sein Wert liegt vor allem in seinem wissenschaftlichen und historischen Interesse.

Zusammensetzung und Struktur

Moderne Analysen zeigen, dass Attakolit eher ein Silikophosphat als ein einfaches Phosphat ist: Die anerkannte Formel lautet CaMn²⁺Al₄(HSiO₄)(PO)(OH), wobei Phosphat und eine Silikatgruppe in einer Struktur vereint sind und Strontium einen Teil des Kalziums ersetzen kann. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und kommt typischerweise eher als kompakte Massen und kleine Körner vor als in Form großer, freistehender Kristalle. Die Mischung aus zweiwertigem Mangan, Aluminium, Phosphat und Silikat spiegelt die ungewöhnlichen, aluminiumhaltigen und phosphatreichen Gesteine wider, in denen er entstanden ist.

FormelCaMn²⁺Al₄(HSiO₄)(PO₄)(OH)
KristallsystemMonoklin
MohshärteEtwa 5
GlanzGlasartig bis fettig
FarbeWeiß, rosa bis blassrot (lachsfarben)
TyplokalitätEisenbergwerk Västanå, Näsum, Bromölla, Provinz Skåne, Schweden

Entstehung und Vorkommen

Attakolit bildete sich in den aluminiumhaltigen, phosphathaltigen metamorphen Gesteinen der Västanå-Eisenlagerstätte, die unter Mineralogen als Typlokalität für mehrere Phosphatmineralien und verwandte Mineralien bekannt ist, darunter Augelit, Berlinit und Trolleit. Dort kommt es zusammen mit einer charakteristischen Gruppe von Aluminiumphosphaten und -sulfaten wie Svanbergit, Lazulit und Trolleit sowie Hämatit und anderen Begleitmineralien vor. Diese Paragenesen deuten auf eine Entstehung unter Bedingungen hin, die reich an Phosphor und Aluminium, jedoch arm an siliziumdioxid-dominierten Gesteinsbildnern sind.

Bestimmung und ähnliche Arten

Die lachsrosa Färbung, die dem Attakolit seinen Namen gibt, ist sein auffälligstes Merkmal; eine zuverlässige Bestimmung erfordert jedoch eine Laboranalyse, da mehrere rosa Aluminiumphosphate ein ähnliches Erscheinungsbild aufweisen. Seine mäßige Härte von etwa 5 und sein glasartiger bis fettiger Glanz sind zwar hilfreich, dennoch kann er in Handstufen mit Paragenesen wie Lazulit oder Svanbergit verwechselt werden. Chemische und Röntgendaten, insbesondere das Vorhandensein der Silikatgruppe, bestätigen die Identifizierung.

Bedeutende Fundorte & Sammlung

Attakolit kommt im Wesentlichen nur an seiner Typlokalität Västanå vor, wo der Bergbau vom frühen 19. bis in das frühe 20. Jahrhundert betrieben wurde. Eine Handvoll vergleichbarer Phosphatvorkommen an anderen Orten wurde zwar verzeichnet, doch schwedisches Material bleibt der Referenzstandard und die Quelle fast aller Exemplare. Da die Mine seit langem geschlossen ist und das Mineral nie häufig vorkam, ist Attakolit eine echte Rarität, und Exemplare finden sich hauptsächlich in etablierten Sammlungen und bei Fachhändlern und nicht auf dem allgemeinen Markt.