Überblick
Aurostibit ist ein seltenes Goldantimonid (AuSb₂) und eines der wenigen Mineralien, in denen Gold chemisch gebunden ist, anstatt als elementares Metall vorzuliegen. Es gehört zur Pyritgruppe und wurde erstmals 1952 anhand von Goldlagerstätten in Kanada beschrieben. Da es Gold enthält, ist Aurostibit für Wirtschaftsgeologen von großem Interesse, die untersuchen, wie sich Gold in antimonreichen, schwefelarmen Erzen verhält; es ist jedoch zu selten und zu unauffällig, um als gängiges Sammler- oder Schmuckmaterial zu gelten. Es kommt hauptsächlich als mikroskopisch kleine Körner in Golderz vor.
Zusammensetzung und Struktur
Aurostibit ist eine einfache Verbindung aus Gold und Antimon mit der Formel AuSb₂. Es kristallisiert im isometrischen (kubischen) System und weist die Pyrit-Struktur auf, was bedeutet, dass seine Gold- und Antimonatome wie die Eisen- und Schwefelatome im Pyrit angeordnet sind, wobei Antimon die Rolle übernimmt, die Schwefel in FeS₂ spielt. Damit gehört Aurostibit zu den Antimoniden der Pyritgruppe, einer kleinen und ungewöhnlichen Mineralgruppe. Sein hoher Antimon- und Goldgehalt verleiht ihm eine bemerkenswert hohe Dichte von fast 10 g/cm³.
| Formel | AuSb₂ |
| Kristallsystem | Isometrisch (kubisch), Pyritgruppe |
| Mohshärte | Etwa 3 |
| Glanz | Metallisch |
| Farbe | Weiß bis grau, oft mit einer bornitartigen Patina |
| Typlokalität | Gebiet um Yellowknife, Nordwest-Territorien, Kanada |
Entstehung und Vorkommen
Aurostibit bildet sich in hydrothermalen Gold-Quarz-Adern, insbesondere in Umgebungen, die reich an Antimon, aber arm an Schwefel sind. Unter diesen Bedingungen kann sich Gold mit Antimon verbinden, anstatt als Naturgold auszukristallisieren oder in Sulfiden gebunden zu sein. An den kanadischen Typlokalitäten kommt es in Golderzen neben Naturgold, Stibnit, Sulfosalzen wie Freibergit und Jamesonit sowie Karbonat-Gangart vor. Sein Vorkommen ist in der Regel ein Hinweis auf späte, antimonreiche Phasen der Goldmineralisierung.
Bestimmung und ähnliche Mineralien
Aurostibit ist undurchsichtig und metallisch, erscheint weiß bis grau und nimmt häufig eine patinierte, irisierende Färbung an, die an Bornit erinnert. Für ein metallisches Mineral ist es weich, mit einer Härte nahe 3, und sehr dicht. Da es als winzige Körner vorkommt, die mit Gold und anderen Erzmineralien verwachsen sind, lässt es sich selten mit bloßem Auge identifizieren; in der Regel sind Reflektionsmikroskopie und chemische Analyse erforderlich. Er kann mit anderen grauen, antimonhaltigen Erzmineralien sowie mit angelaufenen Sulfiden verwechselt werden; daher sind seine charakteristische chemische Zusammensetzung aus Gold und Antimon sowie seine kubische, pyritartige Struktur die zuverlässigen Erkennungsmerkmale.
Bedeutende Fundorte & Sammlung
Die klassischen Fundorte sind die Goldminen des Yellowknife-Distrikts in den Nordwest-Territorien und das Gebiet um Larder Lake in Ontario, Kanada, wo Aurostibit erstmals erkannt wurde. Seitdem wurde es auch aus vereinzelten antimonreichen Goldlagerstätten an anderen Orten gemeldet, jedoch stets nur in geringen Mengen. Für Sammler ist Aurostibit im Wesentlichen eher eine Mikromontage- und Referenzart als ein Ausstellungsstück, und echte, identifizierte Exemplare sind selten. Da es leicht mit anderen Erzmineralien verwechselt werden kann, sollte jede Probe durch eine analytische Bestätigung untermauert werden.