Bariopharmacosiderite

BaFe4(AsO4)3(OH)5·5H2O

Bariopharmakosiderit ist ein seltenes braunes Eisenarsenat, das bariumdominante Mitglied der Pharmakosiderit-Gruppe, das aus dem Bergwerk Clara in Deutschland stammt.

Überblick

Bariopharmakosiderit ist ein seltenes hydratisiertes Eisenarsenat und das bariumdominante Mitglied der Pharmakosiderit-Gruppe. Wie andere Pharmakosiderite bildet es typischerweise kleine, glasartige, pseudokubische Kristalle in warmen Erdtönen von Braun bis Rotbraun, die häufig in Hohlräumen von oxidiertem Erz zu finden sind. Der Gruppenname „Pharmakosiderit“ leitet sich aus den griechischen Begriffen für „Gift“ und „Eisen“ ab – ein Hinweis auf den Arsengehalt und die eisenreiche chemische Zusammensetzung; das Präfix „Bario-“ kennzeichnet Barium als das vorherrschende große Kation. Es handelt sich eher um eine Sammler- und Referenzart als um ein Erzmineral.

Zusammensetzung und Struktur

Das Mineral ist ein Eisen(III)-arsenat, das auf dem charakteristischen Pharmakosiderit-Gitter aufgebaut ist: einem robusten, offenen dreidimensionalen Netzwerk aus Eisen-Sauerstoff-Oktaedern und Arsenat-Tetraedern mit großen Hohlräumen. Diese Hohlräume beherbergen Bariumkationen und Wassermoleküle, und gerade der Bariumgehalt unterscheidet diese Art von ihren Verwandten. Da die Position für große Kationen von Kalium, Natrium, Barium oder anderen Elementen besetzt werden kann, bildet die Pharmakosiderit-Gruppe eine Reihe, wobei Bariopharmakosiderit das Barium-Ende dieser Reihe darstellt.

FormelBaFe₄(AsO₄)(OH)·5HO (auch geschrieben als Ba₀,₅Fe(AsO₄)(OH)·5HO)
KristallsystemTetragonal (pseudokubisch)
Mohshärte~3
GlanzGlasartig, diamantartig an den Kristallflächen
FarbeBraun bis rotbraun, manchmal gelblich
TyplokalitätClara-Bergwerk, Oberwolfach, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Entstehung und Vorkommen

Bariopharmacosiderit ist ein Sekundärmineral, das sich in den oxidierten Zonen hydrothermaler Erzvorkommen bildet, wo arsenhaltige Primärmineralien verwittern und Arsenat in eisen- und bariumreiche Lösungen abgeben. Es kristallisiert in Hohlräumen und an Bruchflächen neben anderen supergenen Arsenaten und Eisenoxiden. Seine Typlokalität ist das berühmte Clara-Bergwerk im deutschen Schwarzwald, eine weltweit bekannte Fundstätte seltener sekundärer Mineralien. Es wurde auch von Fundorten in den Vereinigten Staaten berichtet, darunter Vorkommen in Utah, Nevada und New Jersey.

Bestimmung und ähnliche Arten

Die kleine pseudokubische Kristallform, die braune Farbe, der glasartige Glanz und die Paragenese mit oxidierten Arsenerzen sind charakteristisch; allerdings lässt sich Bariopharmakosiderit allein mit bloßem Auge nicht von anderen Mineralien der Pharmakosiderit-Gruppe unterscheiden. Gewöhnlicher Pharmakosiderit (kaliumdominant), Natropharmakosiderit (Natrium) und die Aluminium-Analoga weisen dieselben kubisch anmutenden Kristalle und erdigen Farben auf. Zur Unterscheidung des Barium-Vertreters ist eine chemische Analyse erforderlich, um zu bestätigen, welches große Kation die Strukturhohlräume dominiert.

Bemerkenswerte Fundorte & Sammeln

Die Typlokalität Clara-Mine gilt nach wie vor als Maßstab; dort werden die wohlgeformten Mikrokristalle gewonnen, die von Sammlern am meisten geschätzt werden. Es gibt eine Handvoll weiterer Vorkommen, doch hochwertiges Material ist wirklich rar. Wie bei allen Arsenatmineralien sollten die Schaustücke mit der gebotenen Sorgfalt behandelt werden – das Einatmen von Staub ist zu vermeiden und die Hände sind nach dem Umgang zu waschen –, obwohl intakte Schaustücke stabil sind. Bariopharmakosiderit wird fast ausschließlich als Mikromontage oder Daumennagel gesammelt und wegen seiner Seltenheit, seiner klaren Kristallform und seiner Stellung in der Pharmakosiderit-Reihe geschätzt.