Überblick
Bredigit ist ein seltenes Calcium-Magnesium-Nesosilikat, das bei hohen Temperaturen entsteht, wenn Kalkstein durch eindringendes Magma erhitzt wird. Es gehört zu einer kleinen Familie von „Hochtemperatur“-Kalziumsilikaten, die eng mit Larnit verwandt sind, und ist vor allem für Mineralogisten und Zementchemiker von Interesse, weniger jedoch für den breiteren Edelstein- und Kristallhandel. Stufen sind fast immer kleine, blasse Körner, die in metamorphem Gestein eingebettet sind; daher begegnet man dem Begriff „Bredigit“ weitaus häufiger in wissenschaftlichen Abhandlungen als in den Sammlungen von Liebhabern.
Zusammensetzung und Struktur
Bredigit hat die Formel Ca₇Mg(SiO₄)₄ und gehört damit zu den Nesosilikaten, bei denen isolierte SiO₄-Tetraeder nicht miteinander, sondern über Kalzium- und Magnesiumkationen verbunden sind. Von der Zusammensetzung her ähnelt es Dicalciumsilikat (Ca₂SiO₄) und wurde in der Vergangenheit zusammen mit den Polymorphen dieser Verbindung diskutiert; die heute anerkannte Formel berücksichtigt das in seiner Struktur wesentliche Magnesium. Es kristallisiert im orthorhombischen System, und seine Körner sind typischerweise farblos bis grau mit glasartigem Glanz.
| Formel | Ca₇Mg(SiO₄)₄ |
| Kristallsystem | Orthorhombisch |
| Mohshärte | Nicht eindeutig festgelegt (ein hartes, sprödes Silikat) |
| Glanz | Glasartig |
| Farbe | Farblos bis grau |
| Typlokalität | Scawt Hill, Larne, Grafschaft Antrim, Nordirland |
Entstehung und Vorkommen
Bredigit ist ein Produkt des hochtemperaturbedingten Kontaktmetamorphismus. Es entsteht dort, wo basaltisches oder doleritisches Magma eindringt und unreine Kalksteine und Dolomite erhitzt, wodurch Kohlendioxid ausgetrieben wird und das Gestein zu exotischen Kalziumsilikat-Mischungen umkristallisiert. An seiner Typlokalität, dem Scawt Hill in der Grafschaft Antrim, kommt es zusammen mit Larnit, Spurrit, Gehlenit, Melilit, Perowskit und Magnetit vor. Vergleichbare Vorkommen sind aus pyrometamorphen und verbrennungsmetamorphen Umgebungen bekannt, darunter der Hatrurim-Komplex in der Levante; zudem wurde das Mineral auch in einigen Industrieschlacken nachgewiesen, was seine Verwandtschaft mit den Kalziumsilikaten des Portlandzementklinkers widerspiegelt.
Bestimmung und ähnliche Arten
Da Bredigit als kleine, blasse Körner auftritt, die mit anderen Kalziumsilikaten verwachsen sind, lässt es sich selten mit bloßem Auge identifizieren. Es ähnelt stark dem Larnit, mit dem es häufig gemeinsam vorkommt, und eine zuverlässige Identifizierung erfordert optische Mikroskopie, Elektronenmikrosondenanalyse oder Röntgenbeugung. Seine Paragenese mit Spurrit, Gehlenit und Melilit in einer gebackenen Kalksteinumgebung ist ein nützlicher kontextueller Hinweis, doch die Bestimmung der Art selbst erfolgt eher im Labor als anhand einer Handstufe.
Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung
Die klassischen Fundorte liegen in den kontaktmetamorphosierten Kalksteinen der Grafschaft Antrim in Nordirland, wobei Scawt Hill die ursprüngliche Typlokalität ist und auch die nahegelegenen Orte Ballycraigy und Carneal das Mineral liefern. Verwandte Vorkommen sind in Schottland sowie in der weiteren „Mottled Zone“ von Hatrurim in Israel und den angrenzenden Gebieten dokumentiert. Bredigit ist kein Ausstellungsmineral und im Handel praktisch nicht erhältlich; das Interesse daran ist wissenschaftlicher Natur und konzentriert sich auf das Verständnis der Zementchemie und des Hochtemperaturmetamorphismus.