Canaphite

CaNa2P2O7·4H2O

Canaphit ist ein seltenes, farbloses Natrium-Kalzium-Pyrophosphat und das erste natürliche Mineral, in dem eine kondensierte P₂O₇-Gruppe nachgewiesen wurde.

Überblick

Canaphit ist ein seltenes hydratisiertes Natrium-Kalzium-Diphosphat und eine echte Kuriosität der Mineralogie. Als es 1985 beschrieben wurde, war es das erste bekannte natürliche Mineral, das eine kondensierte Pyrophosphatgruppe enthielt – zwei miteinander verbundene Phosphat-Tetraeder (P₂O₇) anstelle der isolierten PO-Einheiten, die in fast allen anderen Phosphatarten vorkommen. Sein Name ist eine Zusammenziehung seiner Hauptelemente: CAlcium, NAtrium (Natrium) und PHosphor. Die Stufen sind klein, zerbrechlich und werden vor allem von systematischen Sammlern und Studierenden der Phosphatchemie geschätzt, weniger wegen ihrer ästhetischen Wirkung.

Zusammensetzung und Struktur

Canaphit verbindet Kalzium, Natrium und ein Pyrophosphat-Anion mit vier Wassermolekülen. Das charakteristische Strukturmerkmal ist die Diphosphatgruppe (P₂O₇), die aus zwei PO-Tetraedern gebildet wird, die sich einen Eck-Sauerstoffatom teilen. Dieses kondensierte Anion kommt in synthetischen und biologischen Systemen häufig vor, ist in der Natur jedoch außerordentlich selten, was dem Canaphit seine wissenschaftliche Bedeutung verleiht. Die Struktur ist monoklin und enthält lose gebundenes Wasser, wodurch die Kristalle weich und zerbrechlich sind.

FormelCaNa₂P₂O₇·4H₂O
KristallsystemMonoklin
Mohshärte~2,5 (sehr weich)
GlanzGlasartig
FarbeFarblos bis blassgrünlich, transparent
TyplokalitätSteinbruch „Great Notch“, Passaic County, New Jersey, USA

Entstehung und Vorkommen

Canaphit ist ein sekundäres Niedertemperaturmineral, das aus zirkulierenden Flüssigkeiten im Inneren von Hohlräumen in basaltischem Traprock kristallisierte. An seinen Fundorten in New Jersey kommt es als winzige Kristalle vor, die auf Zeolithen, insbesondere Stilbit, sitzen, was darauf hindeutet, dass es sich erst spät und bei sehr niedrigen Temperaturen gebildet hat, nachdem die Zeolithe bereits vorhanden waren. Diese Paragenese mit zeolithhaltigem Vulkangestein reiht ihn in die klassischen Hohlraummineralien der späten Entwicklungsphase dieser Region ein. Er bleibt eine äußerst seltene Art, die nur aus einer geringen Anzahl von Fundstellen bekannt ist.

Bestimmung und ähnliche Arten

Canaphit bildet kleine, farblose bis schwach grünliche Plättchen und Nadeln, oft als dünne Beläge oder Sprühkristalle auf Matrix. Seine Weichheit, Transparenz und sein Wuchs in mit Zeolith ausgekleideten Hohlräumen sind zwar bezeichnend, doch eine sichere Bestimmung beruht auf chemischen und Röntgenanalysen, da sich in dieser Umgebung kein anderes gängiges Phosphat auf ganz dieselbe Weise bildet. Aufgrund seiner Einzigartigkeit als erstes natürlich vorkommendes Pyrophosphat gibt es keinen optischen Zwilling; allerdings können kleine farblose Kristalle oberflächlich an Apophyllit, Gips oder andere in Hohlräumen vorkommende Phosphate und Zeolithe erinnern.

Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung

Die Art ist vor allem aus den Basaltsteinbrüchen von Passaic County, New Jersey, bekannt – der Typlokalität „Great Notch“ und dem nahegelegenen Steinbruch „Braen“ (Haledon) –, die unter Sammlern seit langem für ihre Zeolith- und Seltenmineral-Vorkommen berühmt sind. Es wurde über eine Handvoll weiterer Vorkommen berichtet, doch New Jersey bleibt die maßgebliche Fundquelle. Da die Kristalle winzig und zerbrechlich sind, wird Canaphit als Mikromontage oder Daumennagel-Exemplar gesammelt und eher wegen seiner Seltenheit und wissenschaftlichen Bedeutung geschätzt als wegen seiner Größe oder Auffälligkeit.