Überblick
Chabazit ist ein beliebtes Mineral aus der Zeolithgruppe, das Sammlern vor allem wegen seiner glasartigen, nahezu kubischen, rhomboedrischen Kristalle bekannt ist, die Hohlräume in Vulkangestein auskleiden. Es handelt sich nicht um eine einzelne Art, sondern um eine Reihe – darunter Chabazit-Ca, Chabazit-Na, Chabazit-K und Chabazit-Sr –, die nach dem jeweils vorherrschenden Kation benannt ist. Wie andere Zeolithe verfügt Chabazit über ein offenes, wasserhaltiges Gerüst, das ihm nützliche Molekularsieb- und Ionenaustauscheigenschaften verleiht; es wurde sowohl wissenschaftlich untersucht und industriell genutzt als auch als Mineralstufe geschätzt.
Zusammensetzung und Struktur
Chabazit ist ein hydratisiertes Aluminosilikat der Klasse der Tektosilikate (Gerüstsilikate), dessen repräsentative Zusammensetzung häufig als (Ca,Na₂K₂)[Al₂Si₄O₁₂]·6H₂O angegeben wird, wobei die genauen Kationen zwischen den einzelnen Vertretern der Reihe variieren. Sein dreidimensionales Gerüst aus miteinander verbundenen Silizium-Sauerstoff- und Aluminium-Sauerstoff-Tetraedern umschließt breite Kanäle und Käfige, die von austauschbaren Kationen und lose gebundenen Wassermolekülen eingenommen werden. Diese offene Struktur ermöglicht es Zeolithen, Wasser aufzunehmen und wieder abzugeben sowie Kationen auszutauschen, und sie bildet die Grundlage für den Wert von Chabazit als natürliches Molekularsieb.
| Formel | (Ca,Na₂,K₂)[Al₂Si₄O₁₂]·6H₂O (Reihe; Kationen variieren) |
| Kristallsystem | Trigonal |
| Mohshärte | 3 bis 5 |
| Glanz | Glasartig |
| Farbe | Farblos, weiß, gelb, rosa bis rötlich oder orange |
| Typlokalität | Ursprünglich beschrieben aus Aussig (Ústí nad Labem), Böhmen, Tschechische Republik |
Entstehung und Vorkommen
Chabazit ist vor allem ein Niedertemperaturmineral, das in den Gashohlräumen (Vesikeln und Amygdulen) von Basalt und anderen vulkanischen Gesteinen kristallisiert, wo es aus zirkulierendem Wasser abgeschieden wird, das mit der umgebenden Lava reagiert. Es kommt häufig zusammen mit anderen Zeolithen wie Heulandit, Stilbit und Natrolit sowie mit Mineralien wie Calcit vor. Neben vulkanischen Hohlräumen kann sich Chabazit auch in alterierten Tuffen, in einigen sedimentären und hydrothermalen Umgebungen sowie in Heißquellenablagerungen bilden. Sein Vorkommen ist ein nützlicher Indikator für die relativ milden Temperaturen bei zeolithbildender Alteration.
Bestimmung und ähnliche Mineralien
Chabazit ist an seinen charakteristischen rhomboedrischen Kristallen zu erkennen, die nahezu würfelförmig sind, jedoch rhombische Flächen anstelle echter Quadrate aufweisen, was ihnen ein pseudokubisches Aussehen verleiht. Die Kristalle sind oft glasartig und bilden manchmal Durchdringungszwillinge. Seine mäßige Härte, sein glasartiger Glanz und sein Vorkommen in vulkanischen Hohlräumen neben anderen Zeolithen sind deutliche Anhaltspunkte. Es kann mit anderen Zeolithen und mit Calcit verwechselt werden, doch ist Calcit in den relevanten Richtungen weicher und sprudelt in Säure stark, während Chabazit nicht auf dieselbe Weise reagiert. Die genaue Zuordnung zu einem bestimmten Mitglied der Serie hängt von der Bestimmung des dominanten Kations ab.
Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung
Klassische Exemplare stammen aus den Basaltgebieten der Deccan-Trapps in Indien, die weltweit für hervorragende Zeolith-Kabinettstufen bekannt sind, sowie aus Island, den Färöer-Inseln, Nordirland (die Antrim-Basalte) und vielen anderen vulkanischen Regionen. Historische europäische Fundorte in Böhmen und Italien lieferten früh beschriebene Exemplare. Sammler schätzen Chabazit wegen seiner reinen rhomboedrischen Kristalle, attraktiven Zwillinge und Pastellfarben, die oft auf einer kontrastierenden Matrix zusammen mit Begleitzeolithen zu finden sind. Da die Kristalle relativ weich und zerbrechlich sein können, sollten die Exemplare möglichst schonend behandelt und vor Abrieb geschützt werden.