Überblick
Chalkophyllit ist ein auffällig gefärbtes sekundäres Kupfermineral, das von Sammlern wegen seiner smaragdgrünen bis blaugrünen, plattenförmigen Kristalle geschätzt wird, die mit einem perlmuttartigen bis glasartigen Glanz schimmern. Sein Name leitet sich von den griechischen Wörtern für „Kupfer“ und „Blatt“ ab – ein direkter Hinweis sowohl auf seinen Kupfergehalt als auch auf die dünnen, glimmerartigen Plättchen, in denen er üblicherweise wächst. Als klassische Mineralart aus oxidierten Kupferlagerstätten ist Chalkophyllit vor allem aus den historischen Bergwerken von Cornwall in England bekannt, wo besonders schöne Exemplare seit weit über zwei Jahrhunderten hoch geschätzt werden.
Zusammensetzung und Struktur
Chalkophyllit ist ein hydratisiertes Kupfer-Aluminium-Arsenat-Sulfat-Hydroxid und gehört zu den chemisch komplexeren sekundären Kupfermineralien. Es bindet in seiner Struktur eine große Menge Wasser, und die genaue Formel variiert leicht je nach Luftfeuchtigkeit, da Wasser aufgenommen oder abgegeben wird. Die chemische Formel wird üblicherweise als Cu₁₈Al₂(AsO₄)₃(SO₄)₃(OH)₂₇·36H₂O angegeben, wobei auch eine alternative, arsenatreiche Variante anerkannt ist. Das Mineral gehört zum trigonalen System, und seine geschichtete Atomstruktur führt zu den charakteristischen tafelförmigen, blattartigen Kristallen sowie zur perfekten Basalspaltbarkeit, durch die sie sich in dünne Flocken spalten lassen.
| Formel | Cu₁₈Al₂(AsO₄)₃(SO₄)₃(OH)₂₇·36H₂O |
| Kristallsystem | Trigonales |
| Mohshärte | 2 |
| Glanz | Glasartig bis subadamantin, perlglänzend an den Spaltflächen |
| Farbe | Smaragdgrün, grasgrün bis blaugrün |
| Typlokalität | Deutschland (ursprünglich anhand von deutschem Material beschrieben) |
Entstehung und Vorkommen
Chalkophyllit ist ein seltenes Sekundärmineral, das sich in den oxidierten Zonen von arsenhaltigen Kupferlagerstätten bildet. Dort greifen herabfließende, sauerstoff- und wasserreiche Lösungen primäre Kupfer-Arsen-Erze an und setzen dabei Kupfer, Arsen, Aluminium und Sulfat frei, die sich neu verbinden und so Chalkophyllit an Bruchflächen und in Hohlräumen auskristallisieren lassen. Da seine Entstehung von dieser spezifischen Verwitterungschemie abhängt, handelt es sich in der Regel eher um eine Paragenese als um ein Haupterzmineral, das neben anderen Mineralien der Oxidationszone wie Malachit, Azurit, Brochantit, Olivenit und Kuprit vorkommt.
Bestimmung und ähnliche Mineralien
Die Kombination aus leuchtend grüner Farbe, hexagonalem, tafelförmigem oder blättrigem Wuchs, sehr weicher Haptik (Härte nur etwa 2) und perfekter glimmerartiger Spaltbarkeit ist äußerst charakteristisch. Die Plättchen sind biegsam und spalten sich in dünne, perlmuttartige Blättchen – ein Verhalten, das Chalkophyllit von härteren grünen Kupfermineralien unterscheidet. Er kann mit Spangolith, tafeligem Brochantit oder anderen grünen Sekundärmineralien verwechselt werden, doch diese unterscheiden sich in Form, Spaltbarkeit und chemischer Zusammensetzung. Der blassgrüne Streifen und die Paragenese mit arsenathaltigen Oxidationszonen tragen zur Bestätigung der Bestimmung bei.
Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung
Cornwall in England ist die bekannteste Fundstelle; in Wheal Gorland und anderen Bergwerken der Bezirke St. Day und Gwennap werden die klassischen smaragdgrünen Platten abgebaut, die für die meisten Sammler das Typusmerkmal dieser Art darstellen. Hervorragendes Material stammt zudem aus der Majuba-Hill-Mine in Nevada und aus Fundorten in Idaho in den Vereinigten Staaten sowie aus Kupferlagerstätten in Deutschland, wo das Mineral erstmals beschrieben wurde. Hochwertiger Chalkophyllit ist wirklich selten: Seine Weichheit und sein Wassergehalt machen ihn zerbrechlich und empfindlich gegenüber Austrocknung, sodass gut erhaltene, kristallisierte Exemplare besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sammler sollten ihn fern von Hitze und sehr trockener Luft aufbewahren, um die glänzenden grünen Plättchen intakt zu halten.