Überblick
Churchit-(Y) ist ein hydratisiertes Yttriumphosphat, ein kleines, aber interessantes Mitglied der Seltenerdphosphatmineralien. Es bildet sich typischerweise als zarte, blasse, glasartige bis perlmuttartige Kristalle und Krusten und ist eher eine Kuriosität für den spezialisierten Sammler als ein auffälliges Schaustück. Die Art blickt auf eine verworrene Geschichte hinsichtlich ihrer Bezeichnungen und Analysen zurück: Lange Zeit war sie unter dem Synonym Weinschenkit bekannt, und ihr Seltenerdgehalt wurde fälschlicherweise als Cer identifiziert, bevor spätere Untersuchungen zeigten, dass Yttrium – und nicht Cer – die chemische Zusammensetzung dominiert, wodurch das moderne Levinson-Suffix „-(Y)“ festgelegt wurde.
Zusammensetzung und Struktur
Churchit-(Y) hat die Formel YPO₄·2H₂O und ist ein Yttriumphosphat-Dihydrat. Es ist das hydratisierte Niedertemperatur-Gegenstück zum wasserfreien Yttriumphosphat Xenotim-(Y) und unterscheidet sich durch das eingebundene Wasser sowie durch seine wesentlich weichere und zerbrechlichere Beschaffenheit. Die Struktur ist monoklin. In der Natur beherbergt die Yttriumstelle in der Regel eine Reihe von substituierenden schweren Seltenerdelementen wie Dysprosium, Erbium und Neodym, weshalb frühe Analytiker, die noch vor dem Einsatz moderner Techniken arbeiteten, hinsichtlich seiner tatsächlichen Zusammensetzung in die Irre geführt wurden.
| Formel | YPO₄·2H₂O |
| Kristallsystem | Monoklin |
| Mohshärte | 3 |
| Glanz | Glasartig bis perlmuttartig |
| Farbe | Farblos, weiß bis grau, manchmal blassrosa oder gelblich |
| Typlokalität | Cornwall, England (Gebiet Trefoil/Tretoil, Lanivet) |
Entstehung und Vorkommen
Churchit-(Y) ist ein Sekundärmineral, das sich bei niedrigen Temperaturen bildet, wo Seltenerdelemente mobilisiert und neu abgelagert werden. Es tritt als Verwitterungs- und Umwandlungsprodukt in einigen granitischen und hydrothermalen Umgebungen auf, häufig als feine Krusten, Sprühkristalle oder erdige Beläge auf Bruchflächen. Bemerkenswerterweise wurde es auch in ungewöhnlichen phosphatreichen Umgebungen wie guanohaltigen Höhlenablagerungen nachgewiesen, wo phosphathaltige Lösungen mit Spuren von Seltenen Erden reagieren. Da Yttrium und Phosphat unter kühlen, wässrigen Bedingungen gemeinsam konzentriert werden müssen, bleibt das Mineral eher selten und lokal begrenzt statt weit verbreitet.
Bestimmung und ähnliche Arten
Churchit-(Y) lässt sich allein mit bloßem Auge nur schwer bestimmen, da seine blasse Farbe und die geringe Kristallgröße vielen anderen seltenen Sekundärmineralien ähneln. Seine geringe Härte von etwa 3 unterscheidet es von den wesentlich härteren wasserfreien Seltenerdphosphaten wie Xenotim-(Y) und Monazit. Da sich Seltenerdphosphate stark ähneln können, stützt sich eine sichere Bestimmung in der Regel auf chemische oder Röntgenanalysen. Sammler sollten jede rein auf dem Aussehen basierende Bezeichnung mit Vorsicht behandeln: Die Tatsache, dass diese Art selbst früher fälschlicherweise für ein Cer-Mineral gehalten wurde, verdeutlicht, wie leicht diese Phosphate verwechselt werden können.
Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung
Das Mineral ist historisch mit Cornwall in England verbunden, der Quelle des ursprünglichen Materials aus dem 19. Jahrhundert, wobei das Gebiet um Lanivet als Typlokalität für Churchit-(Y) angegeben wird. Zu den bedeutenden Fundorten zählen zudem Auerbach in Bayern, Deutschland – die Typlokalität des Synonyms Weinschenkit – sowie Fundorte in den Vereinigten Staaten wie beispielsweise Rockbridge County, Virginia. Gut kristallisierte Stufen sind selten, daher spricht Churchit-(Y) vor allem Sammler von Seltenen Erden und systematische Sammler an, die es eher wegen seines mineralogischen Interesses und seiner geschichtsträchtigen Nomenklatur als wegen seiner optischen Wirkung schätzen. Gute Mikrokristalle und Krusten auf Matrix sind die übliche Sammlerform.