Clinohedrite

CaZnSiO4·H2O

Clinohedrit ist ein seltenes wasserhaltiges Kalzium-Zink-Silikat aus Franklin, New Jersey, das dafür bekannt ist, unter kurzwelligem UV-Licht leuchtend orange zu leuchten.

Überblick

Clinohedrit ist ein seltenes wasserhaltiges Kalzium-Zink-Silikat, das vor allem bei Sammlern fluoreszierender Mineralien hoch geschätzt wird. Es ist eine der charakteristischen Mineralarten der Zinklagerstätten Franklin und Sterling Hill in New Jersey, USA, wo es erstmals im Jahr 1898 entdeckt wurde. Obwohl es mit bloßem Auge unscheinbar ist – dort bildet es meist blasse, glasartige Äderchen und Krusten –, verwandelt sich Clinohedrit unter kurzwelligem UV-Licht in ein leuchtendes Orange, was es zu einem Herzstück jeder Sammlung fluoreszierender Mineralien gemacht hat. Sein Name leitet sich von den griechischen Wörtern für „geneigt“ und „Fläche“ ab, was auf die schrägen, hemihedrischen Flächen seiner monoklinen Kristalle verweist.

Zusammensetzung und Struktur

Clinohedrit hat die Formel CaZn(SiO₄)·H₂O und gehört damit zu den seltenen hydratisierten Nesosilikaten, in denen isolierte Silikat-Tetraeder über Kalzium und Zink miteinander verbunden sind. Die Struktur ist monoklin, und das Mineral gehört zur ungewöhnlichen domatischen Kristallklasse, der ein Symmetriezentrum fehlt. Dieses polare, symmetriearme Gerüst ist mit ein Grund dafür, dass Clinohedrit piezoelektrisch ist und so lebhaft fluoresziert, wobei Zink zusammen mit Manganverunreinigungen, die aus dem umgebenden Erz stammen, als Aktivator fungiert.

FormelCaZn(SiO₄)·HO
KristallsystemMonoklin (domatische Klasse)
Mohshärte5,5
GlanzGlasartig, perlmuttartig auf {010}
FarbeFarblos, weiß, bis blassrosa oder amethystfarben
TyplokalitätFranklin, Sussex County, New Jersey, USA

Entstehung und Vorkommen

Clinohedrit ist ein Sekundärmineral, das während der späten, bei niedrigen Temperaturen ablaufenden Umwandlung der metamorphosierten Zinkerzkörper bei Franklin und Sterling Hill kristallisierte. Dort säumt es Brüche und füllt kleine Adern aus, die das massive Erz durchschneiden, wobei es typischerweise mit Hardystonit, Esperit, Willemite, Franklinit und Calcit verwachsen ist. Diese Lagerstätten sind geologisch außergewöhnlich: ein zinkreicher Marmor, der zu einem hohen Grad metamorphosiert wurde und eine Vielzahl von Mineralarten hervorbringt, die fast nirgendwo sonst auf der Erde in solcher Fülle vorkommen. Clinohedrit verdankt seine Entstehung dieser einzigartigen chemischen Zusammensetzung, bei der reichlich Zink mit Kalzium, Siliziumdioxid und Wasser unter den richtigen Bedingungen für die Mineralbildung kombiniert wurde.

Bestimmung und ähnliche Mineralien

Bei Tageslicht ist Clinohedrit leicht zu übersehen, da es anderen blassen, glasartigen Adermineralien ähnelt. Der entscheidende Test ist die UV-Fluoreszenz: Unter kurzwelligem UV-Licht leuchtet er in einem satten, warmen Orange, oft Seite an Seite mit dem Blau des Hardystonits, dem Grün des Willemits und dem creme-gelben Esperits – eine Kombination, die es Sammlern ermöglicht, ihn auf einen Blick zu identifizieren. Seine Härte von etwa 5,5, sein monokliner Kristallhabitus und seine Paragenese mit der klassischen Franklin-Suite zeichnen ihn zusätzlich aus. Hemimorphit und andere Zinksilikate mögen ähnlich aussehen, weisen jedoch nicht die orangefarbene Fluoreszenz des Clinohedrits auf, und viele Begleitmineralien fluoreszieren in ganz anderen Farben.

Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung

Die Franklin-Mine und die nahegelegene Sterling-Hill-Mine in New Jersey sind nach wie vor die weltweit bedeutendste Fundquelle für Clinohedrit und stellen dessen Typlokalität dar; im Wesentlichen stammen alle hochwertigen Schaustücke von dort. Da die Minen mittlerweile stillgelegt sind, handelt es sich bei dem auf dem Markt erhältlichen Material größtenteils um alte Bestände, die vor der Schließung gewonnen wurden, was zu einer anhaltenden Nachfrage nach Exemplaren mit guter Fluoreszenz führt. Außerhalb von New Jersey ist das Mineral äußerst selten: Es wurde in geringen Mengen aus der Christmas-Mine im Gila County, Arizona, sowie aus einer Handvoll weiterer, weltweit verstreuter Fundorte gemeldet. Sammler schätzen Clinohedrit weniger als Einzelkristall als vielmehr als Teil eines leuchtenden, vielfarbigen Franklin-Exemplars, das sich idealerweise mit einer kurzwelligen UV-Lampe betrachten lässt, die seinen orangefarbenen Glanz zum Leben erweckt.