Darapiosite

KLi2(Mn,Zn)ZrSi6O15(OH)

Darapiosit ist ein seltenes Ringsilikat aus der Milarit-Gruppe mit der chemischen Formel KNa₂Mn₂(Li₂ZnSi₁₂)O₃₀, das erstmals im Dara-i-Pioz-Massiv in Tadschikistan entdeckt wurde.

Überblick

Darapiosit ist ein seltenes Doppelringsilikat, das zur Milarit-Gruppe gehört. Es wurde erstmals 1975 aus dem alkalischen Dara-i-Pioz-Massiv in Tadschikistan beschrieben und ist nach wie vor ein wenig bekanntes Sammler- und Forschungsmineral, das nur aus einer Handvoll Fundorten bekannt ist. Sein Interesse ist fast ausschließlich wissenschaftlicher Natur: Es gehört zu den lithium- und zinkhaltigen Vertretern der Milarit-Gruppe, und seine Kristallstruktur wurde herangezogen, um zu verstehen, wie große Kanäle in diesen Ringsilikaten Alkalikationen aufnehmen. Die Stufen sind winzig und gelangen nur selten auf den allgemeinen Markt, sodass Darapiosit in der mineralogischen Fachliteratur weitaus bekannter ist als in Vitrinen.

Zusammensetzung und Struktur

Darapiosit ist ein Kalium-Natrium-Mangan-Silikat, das zudem Lithium und Zink enthält. Die von der IMA anerkannte vereinfachte Formel lautet KNa₂Mn₂(LiZnSi₁₂)O₃₀ und spiegelt damit seine Zugehörigkeit zur Milarit-Gruppe wider, nicht die ältere, manchmal angeführte zirkoniumhaltige Formel. Strukturell besteht es aus doppelten sechsgliedrigen Ringen aus Siliziumdioxid-Tetraedern, die entlang der hexagonalen Achse gestapelt sind und breite Kanäle bilden, in denen die größeren Alkalikationen untergebracht sind. Lithium und Zink besetzen die kleinen tetraedrischen T2-Stellen zwischen den Ringen, während Natrium und Kalium in den Kanälen liegen. Dieses Gerüst ist gemeinsam mit Milarit, Sogdianit und Dusmatovit, von denen mehrere an der Typlokalität gemeinsam vorkommen.

FormelKNa₂Mn₂(Li₂ZnSi₁₂)O₃₀ (Milarit-Gruppe)
KristallsystemHexagonal (Raumgruppe P6/mcc)
MohshärteEtwa 5
GlanzGlasartig
FarbeFarblos bis weiß, selten bräunlich oder blassblau
TyplokalitätDara-i-Pioz-Massiv, Tadschikistan

Entstehung und Vorkommen

Darapiosit ist ein Produkt hochalkalischen, mit Lithium, Zirkonium und Seltenen Erden angereicherten Magmatismus. Im Dara-i-Pioz-Massiv bildete es sich in alkalischen Pegmatiten und metasomatischen Gesteinen, die einen Komplex aus alkalischem Granit und Syenit durchschneiden – eine unter Mineralogen für ihre ungewöhnliche Zusammensetzung aus Lithium- und Zirkoniumsilikaten bekannte Umgebung. In solchen Umgebungen konzentrieren sich das Lithium und Zink, die zur Bildung der Milarit-Struktur erforderlich sind; daher kommt Darapiosit ausschließlich in einigen wenigen exotischen alkalischen Komplexen vor und nicht in gewöhnlichen Graniten oder Pegmatiten.

Bestimmung und ähnliche Arten

In Handstufen lässt sich Darapiosit nur schwer von anderen blassen Mineralen der Milarit-Gruppe unterscheiden; es kommt typischerweise als kleine Körner oder kurze prismatische Kristalle mit glasartigem Glanz vor. Er kann Milarit, Sogdianit und Dusmatovit sehr ähnlich sehen, und eine zuverlässige Identifizierung erfordert in der Regel eine chemische Analyse oder Röntgenuntersuchung, da sich diese Arten hauptsächlich durch ihre Kationen in den Kanal- und Tetraederplätzen unterscheiden. Seine mäßige Härte (etwa 5) und sein hexagonaler Kristallhabitus helfen dabei, ihn von weicheren Karbonaten der Paragenese abzugrenzen, doch der Mangan-, Lithium- und Zinkgehalt ist das entscheidende Erkennungsmerkmal.

Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung

Das Dara-i-Pioz-Massiv im Tienschan in Tadschikistan ist die Typlokalität und der bekannteste Fundort; die meisten echten Exemplare stammen von dort. Das Mineral wurde aus einer kleinen Anzahl anderer alkalischer Komplexe gemeldet, doch gibt es nur wenige bestätigte Vorkommen. Darapiosit ist eher ein Mikromontage-Objekt für Kenner als ein Ausstellungsstück: Die Kristalle sind klein, das Angebot sporadisch, und das Material wird in der Regel über Fachhändler oder als Forschungsproben erworben. Sammler sollten jeden gut ausgebildeten oder großen „Darapiosit“ mit Vorsicht behandeln und eine analytische Bestätigung einholen.