Digenite

Cu9S5

Digenit ist ein blauschwarzes Kupfersulfid (Cu₉S₅), ein bedeutendes Kupfererz, das mit Chalkosin, Covellit und Bornit vererzt.

Überblick

Digenit ist ein Kupfersulfidmineral, das sich unmittelbar an seiner dunkelblau-schwarzen Farbe und seinem metallischen bis submetallischen Glanz erkennen lässt. Es ist ein wichtiges Kupfererzmineral und ein bekanntes Mitglied der Kupfersulfid-Familie, zu der auch Chalkosin, Covellit und Bornit gehören. Der Name leitet sich vom griechischen Wort „digenes“ („zweierlei“) ab und spiegelt seine Zwischenlage in der Zusammensetzung zwischen kupferreichen und kupferarmen Sulfiden wider. Typisch sind massive Klumpen mit stahlblauer Patina; gut ausgebildete Kristalle sind selten.

Zusammensetzung und Struktur

Digenit ist ein kupferarmes Sulfid, das sich in seiner Zusammensetzung zwischen Chalkosin (CuS) und Covellit (CuS) einordnet. Seine idealisierte Formel lautet CuS, wobei das natürliche Material variiert und häufig geringe Mengen an Eisen enthält. Bei Raumtemperatur nimmt es eine trigonale Struktur an, während bei höheren Temperaturen eine kubische Form vorliegt; diese strukturelle Flexibilität ist der Grund dafür, dass Digenit so leicht mit verwandten Kupfersulfiden verwachsen und diese ersetzen kann. Es ist undurchsichtig, spröde und weist einen schwarzen Streifen auf.

FormelCuS₅
KristallsystemTrigonal (kubisch bei hohen Temperaturen)
Mohshärte2,5–3
GlanzMetallisch bis submetallisch
FarbeBlau bis schwarz (stahlblau an frischen Oberflächen)
TyplokalitätSangerhausen, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Entstehung und Vorkommen

Digenit bildet sich in Kupfersulfidlagerstätten sowohl primären (hypogenen) als auch sekundären (supergenen) Ursprungs. Es kommt besonders häufig in Anreicherungszonen vor, in denen herabfließendes, kupferhaltiges Wasser mit früheren Sulfiden reagiert und so kupferreiche Mineralien absetzt. In diesen Umgebungen wächst es typischerweise in Verwachsung mit Chalkosin, Covellit, Bornit, Djurleit, Chalkopyrit und Pyrit und bildet dabei mitunter komplexe Ersetzungsstrukturen, die ohne polierte Schnitte nur schwer zu erkennen sind. Es wurde erstmals aus dem kupferhaltigen Schiefer (Kupferschiefer) von Sangerhausen in Deutschland beschrieben.

Bestimmung und ähnliche Mineralien

Die charakteristische blauschwarze Farbe, die weiche metallische Haptik und der schwarze Streif helfen bei der Unterscheidung von Digenit in Handstufen; es lässt sich jedoch leicht mit Chalkosin (grau-schwarz) und Covellit (das eine eher indigoblaue irisierende Irisierung und plattenförmige Kristallform aufweist) verwechseln. Bornit verfärbt sich eher in Pfauenfarben als in ein einheitliches Blauschwarz. Da diese Mineralien regelmäßig miteinander verwachsen, ist für die eindeutige Bestimmung von feinkörnigem Erz die Reflexionsmikroskopie oder analytische Methoden erforderlich und nicht allein das bloße Auge.

Bemerkenswerte Fundorte & Sammlung

Neben der deutschen Typlokalität stammt hochwertiges Digenit aus bedeutenden Kupfergebieten wie Butte (Montana) und anderen Porphyr- und Ader-Kupferlagerstätten im Westen der Vereinigten Staaten sowie aus Vorkommen in Australien, Chile und ganz Europa. Die meisten Sammlerstücke sind eher massiv als kristallin und werden als repräsentative Kupfererzmineralien sowie wegen des attraktiven Kontrasts ihrer dunkelblauen Patina zur Paragenese mit Bornit und Chalkopyrit geschätzt. Scharfe Kristalle sind selten und erzielen unter Sulfid-Spezialisten hohe Preise.