Berechnet anhand einer vereinfachten Endgliedformel. Festlösungsreihen, Wassergehalt und Spurenersetzungen führen zu Abweichungen in der Praxis.
IMA-Abkürzung (Whitney-Evans 2010)
Tq
→ Türkis
Cu-Al-Phosphat
Standardsymbol aus „American Mineralogist“ (Whitney & Evans, 2010). Wird bei der Beschriftung von Dünnschnitten, in Phasendiagrammen und in Artenbeschreibungen im IMA-Stil verwendet.
⏳ Zeitachse für langfristige Alterung und Pflege
Farbverschiebung ins Grüne über Jahre
Auslöser: Öle + UV-Strahlung
Maßnahme: Cu-Al-Phosphat absorbiert Öle und verfärbt sich unter UV-Einwirkung ins Grüne. Versiegelte, trockene Aufbewahrungsvitrine + kein Kontakt mit Öl.
Aussprache
/ˈtɜːrkwɔɪz/
↔ TUR-koyz
Französisch „Turkish“
Empfehlungen für Edelsteinschleifer und Facettierer
Empfohlener Schliff:
Cabochon
Ebenfalls anzutreffen:
Intarsie, Freiform
Typische Ausbeute:
60 % des Rohsteins
Wird stets als Cabochon geschliffen. Das Material mit spinnennetzartiger Matrix wird so geschliffen, dass die Matrixlinien sichtbar werden. Stabilisiertes Material ermöglicht größere Cabochons.
Porös; nimmt Öle und Chemikalien auf, was zu Farbveränderungen führen kann.
Handhabung: Kein Wasser. Keine Öle. Kein Parfüm. Mit einem weichen, trockenen Tuch abwischen.
⚗ Säureempfindlich – mäßig
Phosphat löst sich langsam in Säuren auf.
Handhabung: Keine Säuren.
Die Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Beachten Sie für Transport und Entsorgung die örtlichen Gefahrgutvorschriften. Für besonders gefährliche Proben sind unter Umständen spezielle Aufbewahrungsschränke erforderlich.
UV-Fluoreszenz
SW (254 nm)
—
keine
LW (365 nm)
—
keine
Unbehandelt inert. Polymerstabilisiert kann es bei LW blau-weiß fluoreszieren.
SW = Kurzwelle (keimtötende Lampe). LW = Langwelle (Schwarzlicht). Das Verhalten variiert je nach Fundort, Spurenverunreinigungen und Behandlung.
Pseudomorph-Beziehungen
Ersetzt — dieses Mineral ist häufig ein Pseudomorph von:
Ein Pseudomorph (griechisch „falsche Form“) ist ein Mineral, das die äußere Form einer anderen Art aufweist – die chemische Zusammensetzung hat sich verändert, doch die Kristallform wurde beibehalten.
Zähheit
Verhalten:
spröde
Unter Belastung:
bröckelt, wenn unbehandelt
Kreideartiges Material, sehr spröde – Grund für eine routinemäßige Stabilisierung.
Türkis aus Kunststoff/Verbundmaterial schmilzt/raucht – diagnostisch.
Aceton-Tupfer → Entfernt Farbstoff, wenn er behandelt wurde
Ein weißer Wattestäbchen + Aceton deckt den Farbstoff auf einer gefärbten Howlith-Imitation auf.
⚠ Verwenden Sie verdünnte HCl (~10 %) nur an unauffälligen Stellen; spülen Sie diese umgehend ab. Geruchstests sollten kurz und an gut belüfteten Orten durchgeführt werden. Führen Sie Geschmackstests NUR an Halit/Sylvit durch – niemals an Blei-, Arsen- oder Schwefelmineralien.
Spezifisches Gewicht
2,60–2,80
g/cm³
leicht
Stabilisierter Türkis weist ein etwas geringeres spezifisches Gewicht auf als natürlicher Türkis.
Zum Vergleich: Wasser = 1,00, Glas ≈ 2,5, Quarz = 2,65, Korund ≈ 4,00, Galenit ≈ 7,50, Gold ≈ 19,3.
Streifentest
weiß / blassblau
Blasse Strichfarbe – dient zur Unterscheidung von gefärbtem Howlith (reinweiß beim Abkratzen).
Streiffarbe = Farbe des pulverisierten Minerals. Ziehen Sie das Exemplar über einen unglasierten weißen Porzellanteller (Mohshärte 6,5). Bei Mineralien, die härter sind als der Teller, zerkleinern Sie eine kleine Splitter in Pulver und beobachten Sie die Farbe.
Synthetika und Imitationen
Methoden zur Laborherstellung
Gilson-Verfahren1972 · Pierre Gilson
Synthetischer Türkis; ohne natürliche Matrix und Limonitflecken.
Häufige Imitationen
Howlith (gefärbt)
Weißer, blau gefärbter Howlith – eine sehr verbreitete Fälschung auf Touristenmärkten.
Magnesit (gefärbt)
Weißer, gefärbter Magnesit; derselbe Trick.
Kunststoff / Harz
Leicht; schmilzt beim Test mit der heißen Nadel.
Rekonstituierter Türkis
Türkispulver + Polymerbindemittel; wird im Souvenirhandel als Naturprodukt verkauft.
Der Großteil des natürlichen Türkises wird mit Polymer oder Wachs imprägniert, um das kreidige Material zu härten. Eine entsprechende Angabe ist erforderlich.
Färbung – häufig – stabile Pflege · Erkennung: mäßig
Farbverstärkung von blassem Material. Wird häufig mit einer Stabilisierung kombiniert.
Rekonstituiert – häufig – stabil · Erkennung: einfach
Pulverförmiges Türkis, das mit einem Polymerbindemittel wiederverarbeitet wurde. Kein natürliches Türkis – muss angegeben werden.
Als Käufer: Verlangen Sie eine schriftliche Offenlegung der Behandlungen und klären Sie, ob der Preis behandeltes oder unbehandeltes Material widerspiegelt.
Entstehungszeit: Supergen; jüngste Verwitterung von Al-Cu-haltigen Gesteinen in ariden Klimazonen.
🟡
Verfügbarkeit auf dem Markt: Selten
Zu finden auf großen Messen und bei ausgewählten Händlern. Die Qualität variiert je nach Fundort.
⭐
Sammlerkategorie: Klassiker für die Vitrine
Exponate von Weltklasse – begehrt für Vitrinensammlungen, gut dokumentierte Fundorte, häufig als Schaustücke zu sehen.
Entdeckung: Erstmals 1546 von Georgius Agricola beschrieben
Phosphate
TL;DR · 1 Min. Lesezeit
Türkis (CuAl₆(PO₄)₄(OH)₈·4H₂O) ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat, das seit prähistorischen Zeiten wegen seiner himmelblauen bis apfelgrünen Farbe geschätzt wird. Persien (Nishapur, Iran), Hubei (China) und der Südwesten der USA (Sleeping Beauty Mine, Arizona) liefern ikonisches Material in Edelsteinqualität.
Türkis (CuAl₆(PO₄)₄(OH)₈·4H₂O) ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat, das seit prähistorischen Zeiten wegen seiner himmelblauen bis apfelgrünen Farbe geschätzt wird. Persien (Nishapur, Iran), Hubei (China) und der Südwesten der USA (Sleeping-Beauty-Mine, Arizona) liefern das bekannte Material in Edelsteinqualität. Die Farbe hängt vom Kupfergehalt (himmelblau) bzw. vom Eisengehalt (grünlich) ab.
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